Pacific News 12 Februar/März 1999
Ziele des Netzwerkes sind,
Das Subproject A "Technologietransfer", an dem alle Partner des Netzwerkes beteiligt sind, hat zum Ziel, Synergieeffekte durch die Zusammenarbeit im Netzwerk und mit lokaler, regionaler und überregionaler Industrie zu erschließen. Erstmalig wurden die vielfältigen Barrieren für Interaktionen und Technologietransfer in der EU und ASEAN-Region durch umfangreiche Interviews in der Industriebetrieben und Handelskammern zusammengestellt. Basierend auf den besonderen Fähigkeiten und Erfahrungen der beteiligten Institute, Fakultäten oder von Expertenteams innerhalb des Netzwerkes wird nun ein Modell entwickelt, das die Transfermechanismen von Universitäten zu Industrien ausweiten und verbessern kann.
Im Rahmen des Subprojectes B "Biologische Behandlung industrieller Abwässer" wurden die gerade im südostasiatischen Raum eklatanten Wasserverschmutzungsarten durch kleine und mittlere Betriebe insbesondere der Textilindustrie und der Lebensmittelverarbeitung in den verschiedenen Ländern identifiziert. Wissenschaftler aus vier beteiligten ASEAN Ländern haben umfangreiche Laborarbeit an der Technischen Universität in Delft, Holland, durchgeführt, um bereits existierende biologische Technologien entsprechend des Bedarfs in ihren Ländern zu modifizieren.
Das dritte Subproject C "Energieeinsparung in großen Gebäuden" hatte zum Ziel, existierende Computer-Simulationsmodelle für Energieeinsparungen in Gebäuden entsprechend der klimatischen und baulichen Besonderheiten in ASEAN weiterzuentwickeln. Insgesamt 5 Computermodelle wurden auf ihre Stärken und Schwächen in Bezug auf den asiatischen Raum untersucht und angepaßt.
In allen drei Projekten wurde die regionale Industrie nicht nur im Rahmen der Planung und bei der Durchführung von Workshops eingebunden, sondern insbesondere wurden die Ergebnisse im Rahmen stark frequentierter Seminare der Industrie vorgestellt. Ebenso wurden insbe-sondere in den zwei letztgenannten Forschungsprojekten junge Wissenschaftler ausgetauscht, so daß sich in beiden Forschungsbereichen intrare-gionale Expertenteams etabliert haben.
Das Netzwerk hat sich auch unabhängig von den Forschungsaktivitäten stark gefestigt. Jährliche Treffen der Koordinatoren – jede Partneruniversität hat einen ESA-UNET Koordinator nominiert – dienten der Präsentation der Ergebnisse in allen Projekten, sowie insbesondere der Entwicklung von Ideen und Konzeption für die zukünftige Netzwerkentwicklung. Letztendlich kann ein Netzwerk eine Identität nur über die beteiligten Personen gewinnen, so daß sich diese "Network-Meetings" als essentiell für die Netzwerkentwicklung und –stabilisierung gezeigt haben. Gerade in kulturell so unterschiedlichen Ländern lassen sich vielen Dinge nur in persönlichen Gesprächen klären.
Auch außerhalb dieser Treffen lebt das Netzwerk durch umfangreiche Kommunikationsstrukturen. Neben der normalen Kommunikation durch e-mail werden alle Partneruniversitäten durch vierteljährliche umfangreiche Projektfortschrittsberichte über sämtliche Entwicklungen des Netzwerkes informiert. Darüber hinaus ist das Monitoring durch die projektverantwortliche Institution – das Forschungsinstitut für Internationale Technische und Wirtschaftliche Zusammenarbeit der RWTH Aachen – und die zahlreichen damit verbundenen Besuche der Partner wesentlich für die Stabilisierung des Netzwerkes.
Darüber hinaus hat das
Netzwerk von Beginn an Wert darauf gelegt, externe Partner zu beteiligen.
So werden die EU Kommission
in Brüssel – die diese ersten Projekte finanziell unterstützt
hat -, die Delegationen der Europäischen Union in Bangkok, Jakarta
und Manila, das ASEAN Sekretariat in Jakarta, das Regional Institute for
Environmental Technology (RIET) in Singapore und das ASEAN-EU Energy Management
Training and Research Center in Jakarta über die Netzwerkaktionen
informiert und zu entsprechen-den Seminaren eingeladen.
Das Netzwerke hat nun die ersten 3-forschungsaktiven Projekte weitgehend abgeschlossen und wird der EU-Kommission in Kürze einen neuen Projektvorschlag zwecks finanzieller Unterstützung unter-breiten. Die EU hat nämlich die entwicklungspolitische, wirtschafts-politische und wissenschaftspoliti-sche Bedeutung von Universitäts-netzwerken zwischen europäischen und asiatischen Hochschulen erkannt und ein umfangreiches Unter-stützungsprogramm konzipiert, das 1999 beginnen soll.
Insgesamt birgt ESA-UNET
nicht nur aufgrund der länderspezifischen Besonderheiten in den Regionen
sondern gerade aufgrund der kultu-rellen Unterschiede der Regionen enorme
Potentiale, die sowohl glo-balen Forschungsaktivitäten als auch globalen
Unternehmensaktivitäten zugute kommen können.
Dr. Garnet Kasperk ist wissenschaftliche Mitarbeiterin, Prof. Dr. Dr. Werner Gocht ist Leiter des Forschungsinstituts für Internationale Technische und Wirtschaftliche Zusammenarbeit der RWTH Aachen.
Pacific News 12 Februar/März 1999