C. Fensterseifer
Die Staatsoberhäupter und Repräsentanten der Forum-Mitgliedsstaaten Cook Inseln, Federated States of Micronesia, Fiji, Kiribati, Nauru, Niue, Palau, Papua Neuguinea, Republic of Marshall Islands, Samoa, Solomon Islands, Tonga, Tuvalu, Vanuatu, Neuseland und Australien trafen sich zum 28. South Pacific Forum vom 17.-19.9.1997 in Rarotonga, Cook Inseln. Das Forum stand unter dem Thema: „Reform, Human Values and Togetherness“.
Wirtschaft
Es wurde darüber diskutiert,
wie auf nachhaltige Entwicklung ausgerichtete Reformen umgesetzt werden
könnten. Sie sollten über konventionelle ökonomische Maßnahmen
hinausgehen. Es sei eine Notwendigkeit, pazifische kulturelle Werte und
Normen als Voraussetzung und Grundlage für diesen Prozeß und
die Arbeit regionaler Institutionen anzuerkennen. Bezugnehmend auf die
Resultate des ersten Forum Economic Ministers Meeting im Juli 1997 erklärten
die Regierungsrepräsentanten, daß die Implementierung des Action
Plan eine besondere Verpflichtung aller Mitgliedsstaaten erfordere, politische
Voraussetzungen für die Unterstützung privatwirtschaftlicher
Entwicklung zu schaffen und, die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Ökonomien
zu steigern. Angesichts der steigenden Bedeutung des Tourismuspotentials
der Region solle die Entwicklung des Tourismussektors insbesondere in den
Forum-Staaten mit begrenzten Ressourcen einbezogen werden. Unerwünschten
finanziellen Aktivitäten in der Region sollte entgegengewirkt werden,
da sie Entwicklung unterminierten. Die Unterstützung zur Etablierung
einer Freihandelszone unter den Pazifischen Inselstaaten wurde zugesagt.
Die Eröffnung des Pacific Island Centre in Japan im Oktober 1996 wurde
begrüßt. Die Regierung Japans wird gebeten, weitere Projekte
des Centre zu finanzieren. Das Forum unterstützt die Etablierung
eines beantragten Handelsbüros in der Volksrepublik China und würdigte
das Angebot Chinas, zur Finanzierung des Büros beizutragen.
Das Forum erwähnte den besonderen Wert der Lomé Konvention
für die Entwicklung der pazifischen AKP Staaten (Fiji, Kiribati, PNG,
Samoa, Solomon Islands, Tonga, Tuvalu und Vanuatu) und dankte der EU für
die substantielle Förderung der Region. Bekräftigt wurden die
vorgeschlagenen Strategien der pazifischen AKP-Minister für die anstehenden
Neuverhandlungen der Lome Konvention. 1999 wird die UN General Assembly
Special Session (UNGASS) die Entwicklung kleiner Inselstaaten zum Thema
haben. Die Forum Mitgliedsländer wurden dazu aufgefordert, realistische
und erreichbare regionale Ziele zu formulieren. Das Forum Sekretariat wurde
beauftragt, in Konsultation mit dem South Pacific Regional Environment
Programme (SPREP), der South Pacific Applied Geoscience Commission (SOPAC)
Vertretung in New York und weiteren entwicklungsorientierten Organisationen
ein Strategiepapier vorzubereiten.
Atompolitik
Hinsichtlich der Atompolitik
wurde die Ratifizierung des Protokolls zum South Pacific Free Zone Treaty
durch Großbritannien begrüßt. Gewürdigt wurde die
Annahme des Comprehensive Nuclear Test Ban Treaty (CTBT) durch die UN Generalversammlung
im September 1996 verbunden mit der nachdrücklichen Aufforderung an
alle Nationen, CTBT so bald wie möglich zu unterzeichnen und zu ratifizieren.
Die Regierungsrepräsentanten bekräftigten ihren Einsatz für
das internationale Nuclear NonProliferation Treaty.
Klimawandel
In einer Stellungnahme zum
Thema Klimawandel brachten die Regierungsrepräsentanten ihre große
Besorgnis über den Einfluß der Treibhausgasemmissionen auf den
Meerespiegelanstieg und die damit einhergehende Bedrohung insbesondere
für die flachen Inselstaaten zum Ausdruck. Es wurden alle Teilnehmer
der bevorstehenden Umweltkonferenz in Kyoto nachdrücklich aufgefordert,
den höchsten Grad der Nettoreduktion globaler Treibhausemissionen
durchzusetzen und durch ein rechtlich bindendes Instrumentarium zu verankern.
Quelle:
Forum Communiqué
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Pacific News 10 Januar/Februar 1998